1.

Mit den Küchenmessern, die wir zusammen mit unserem Hab und Gut bei uns trugen

Schälten wir das Obst

Das uns unsere Gastgeber im Exil anboten

In den alten Schubladen der Lager, die uns bei sich aufnahmen

Bewahrten wir sie auf

Geschliffen

Und poliert

Um unsere alten Narben zu verletzen, jedes Mal wenn sie verkrusteten

Eilig machten wir Selfies

Mit Klamotten, die noch nass waren vom Meer

Das unsere Angehörigen verschlungen hat

Wir begannen, in unverständlicher Weise neue Sprachen zu sprechen

Und teilten auf Facebook mitreißende Landschaftsfotos

Auf denen wir uns auf Wiesen wie glückliche Stiere wälzten

Mit den Messern jedoch, die wir versteckt hatten

Geschliffen und glänzend

In den Schubladen

Werden wir uns die gegenseitig zugefügten Messerstiche zurückzahlen

Wie wir es im Vaterland zu gedenken taten

Illustration Hani Abbas

2.

Wären wir doch Flüchtlinge in unseren alten Träumen geblieben

In denen wir mit verbundenen Augen losziehen

Als würden wir vor uns verstreute Sterne verfolgen

Oder an unsichtbare Türen klopfen

Hätten wir doch nicht unsere Klamotten mit dem Schlamm fremder Wälder beschmutzt

Hätten wir doch nicht unsere Taschen hinter uns her gezerrt, vollgestopft mit Klamotten und Erinnerungen

Hätten wir doch nicht unsere Vergangenheit ins Meer geworfen, damit unsere Last in den Flüchtlingsbooten abnimmt

Hätte man uns doch in den Flüchtlingslagern, den Sporthallen und den leeren Sommerschulen aufgestapelt

Hätten die Zeitungen und die Nachrichten doch nicht unsere Bilder verbreitet, von denen keiner bemerken wird, dass sie nicht die Ertrunkenen zeigen

Wären wir doch nicht gezwungen worden, neue Sprachen durchzukauen, die den Geschmack uns verhasster Gerichte aus unserer Kindheit haben

Hätten wir doch nicht alles hinter uns gelassen

Und uns umgedreht, um gemeinsam und allein

Unserer neuen und zermürbenden Abgeschiedenheit entgegenzutreten

Wären wir doch Flüchtlinge in unserem Innern geblieben

Wären wir doch weder hier noch dort geblieben

Wie Blinde verfolgen wir vor uns verstreute Sterne

Oder klopfen an unsichtbare Türen

Hätten doch unsere schwer lastenden Erinnerungen uns versenkt, bevor wir den Strand erreichten

Wären wir doch hängengeblieben

Zwischen dem, was wir aufgegeben haben

Und allem, hinter dem wir wie Amateure hergelaufen sind

Hätten sie doch die Grenzen für uns nicht geöffnet

Übersetzung: Hussein Gaafar